Mörbischer Impressionen

(Andrea Witzmann)

  

Endlich war es wieder einmal so weit – die niederösterreichische „Spanielfamilie“ rüstete zu einem ihrer heissgeliebten Wandertage. Für mich war es „der“ Jahres(wander)tag. Vor einem Jahr war ich Teilnehmerin der Jubiläumswanderung und beschloss von Wien nach Niederösterreich überzutreten – ein Entschluß der besser nicht sein konnte.

 

Ankunft in Mörbisch

 

Ganz kurz nach 10.00 Uhr kamen wir am Sammelpunkt in Mörbisch an und ..... suchten die Teilnehmermassen. Erste Feststellung – heuer waren es weniger Teilnehmer. Nächste Feststellung – Herr Lang ging ab. Dieser hatte mir letztes Jahr doch sehr interessante Details zum Revier, in welchem wir uns bewegten, gegeben; ein kleiner Wermutstropfen. Sehr erfreulich fand ich die Erkenntnis, dass viele liebe vertraute Gesichter zu entdecken waren.

 

Aufbruch

 

Ungewohnt schnell erfolgte der Aufbruch, scheinbar waren diesmal keine „Burgenlandforscher“ abzuwarten. Unsere erfahrenen vierbeinigen Wanderer ließen sich kaum noch halten, alle drängten vorwärts zum Ableinpunkt (ich finde es immer wieder erstaunlich, dass die „erfahrenen“ Wanderer diesen Punkt von einem aufs andere Jahr wieder erkennen!) um so schnell wie möglich mit der Erforschung der Weingärten zu beginnen. Heuer schienen mir die Weinberge sehr viel grüner zu sein als letztes Jahr. Auch waren die Wiesen nicht steppenartig wie sonst zu dieser Jahreszeit.

 

Labestation I oder die Tücke des Objekts

 

Uns energievoll durch den ersten der drei Teilabschnitte bewegend näherten wir uns der ersten Labestation. Wie immer waren die Hunde entlang des schmalen Strasserls angeleint um nach dem Verlassen der Strasse oder des Radweges oder was auch immer wieder freigelassen zu werden. Beim Abbiegen stellte El Presidente Reisner - seines Zeichens dieses Jahr Oberscout nachdem Herr Lang leider krankheitshalber ausfiel - fest, dass ein kleiner Weiher – liebevoll „Krotenlackn“ (Krötenlacke) genannt – entgegen der letztjährigen Gewohnheit heuer wunderbares Brackwasser vom Feinsten führte. Aber zum Glück waren die Hunde ja angeleint! Also zogen wir um die Ecke, die Hunde wurden frei gelassen und ..... entgegen der Meinung aller Hundeführer waren wir NOCH NICHT weit genug vom Wasser entfernt um ALLE Spaniels von einem erfrischenden Bad abzuhalten. Einige der vierbeinigen Herrschaften verströmten für den Rest des Weges den strengen Duft von Brackwasser – neben ein paar anderen Kleinigkeiten, die in der Folge noch Erwähnung finden.

 

Endlich was zu Trinken

 

So kamen wir endlich zur Labestation I. Es erwarteten Zwei- wie Vierbeiner bereits erfrischende Getränke von denen gerne Gebrauch gemacht wurde, auch wenn es heuer nicht so sengend heiß war wie im Vorjahr. Die Hunde stürmten freudig die Wasserkübel und ein ganz begeisterter Zecher meinte, wenn schon nicht die Krotenlackn, dann wenigstens der Frischwasserkübel! Elegant kam erst der Kopf zum Wasser, danach sollte die erste Pfote folgen, was auch noch funktionierte. Als allerdings die zweite Pfote auch noch in den Eimer wollte streikte dieser, fiel der Einfachheit halber gleich um und schwappte seinen gesamten Inhalt über den Erfrischungssüchtigen, der diesen Vorgang verdutzt aber scheinbar angenehm berührt zur Kenntnis nahm.

 

Ein Waldweg einmal anders

 

Nach dem Erfrischungsintermezzo freuten wir uns auf den Waldweg, der immerhin angenehmen Schatten versprach – eben wie  im letzten Jahr auch! Also machten wir uns mit unseren teils nassen teils trockenen Hunden auf. Seltsamer Weise schien der Waldweg heuer einfach keiner sein zu wollen, er erweckte den Eindruck einer Sandbahn, die nicht gerade gemütlich und locker zu durchschreiten war. Den Vogel aber schossen „die Abgekühlten“ ab. Zum Einen duftete ein Teil nach Brackwasser um durch feinsten, gelben Sand zu waten welcher blendend haften blieb, zum Anderen gab es da einen Möchtegernbader, der zwar erst nur nass, nun jedoch auch noch paniert war. Aber was soll’s, alles fühlte sich wohl – zumindest von den Vierbeinern.

 

Labestation II

 

Wacker kämpften wir uns durch den Sand, der mal fein und lose mal sogar trittfest war um durch die Labestation II belohnt zu werden, Hunde und Herren lechzten nach Erfrischung und ich für meinen Teil nach dem Reiseproviant in Form von Äpfeln. Nach zwei Dritteln Wegstrecke sollte man annehmen, dass die Hunde ihr gröbstes Pulver bereits verschossen haben, doch unsere Beiden (Buddy und Holly) schienen vor Energie noch immer zu sprühen und nützten das Päuschen um zu spielen während wir uns erfrischten.

 

Die letzte Etappe  

 

Solcher Maßen gestärkt nahm der Pulk den letzten Wegabschnitt in Angriff um an dessen Ende mit Leckereien vom Grill belohnt zu werden. Allerdings scheint es den Zweibeinern ähnlich den Pferden zu ergehen, welchen man nachsagt, dass es, wenn es Richtung Stall geht, kein Halten mehr gibt.  Die letzte Wegstrecke wurde in einem Höllentempo angegangen, was so mancher Hund nicht goutierte und einfach begann, den bereits zurückgelegten Weg retour zu laufen oder Kopf- und Führerlosigkeit um sich zu greifen drohte, da die Hunde von einem gänzlich anderen Tempo ausgingen.

 

Das Ziel

 

Zu guter Letzt fanden alle Hundeführer ihre Lieblinge wieder und der gemütliche Teil jedes Wandertages konnte beginnen. Vom Duft des frisch gegrillten Fleisches, von Herrn Dr. Parzer samt Gehilfen fürsorglich zubereitet, angelockt landeten wir wieder an jener Halle, die den Ausgangspunkt unserer Erlebniswanderung gebildet hatte. In allerbester Wanderermanier wurde der Ausklang dieses Rundgangs genossen. „Schicksalsgemeinschaften“ tafelten miteinander, fachsimpelten über Gott und die Welt, in erster Linie jedoch über unsere Hunde und beschlossen einen wunderbaren Tag mit einem gemütlichen Beieinandersitzen.

 

Als die Gemeinschaft sich auflöste versicherte man sich eines Wiedersehens allerspätestens beim nächsten Wanderevent, vertröstete sich gegenseitig auf den nächsten Klubabend oder versprach einander ein Wiedersehen in Tulln auf der Bundessieger-Schau.

 

Danksagung eines schlichten Mitgliedes der LG NÖ

 

Es bleibt mir eigentlich nur noch mich bei den vielen mitarbeitenden Heinzelmännchen zu bedanken, die diese Erlebnisse erst möglich machen und die Hoffnung, dass die wandernden Jagdspaniels noch viele wunderbare Wanderungen mit einander durchleben werden.

Es war wieder ein gelungenes Spanieltreffen und eine große Freude dabei gewesen zu sein.

 

Andrea und Holly    

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