Holly Tales                                              

                                                                                           (Story by Hollyandrea)

 

Hey Leute,

 

na, wie war euer Sommer??? Meiner war geprägt von großer Hitze in großer Stadt, einer Woche Urlaub im Waldviertel und großer Vorfreude auf den nächsten Wandertag – allerdings habe ich mehr als nur gehofft, dass es nicht zu heiß werden möge.

 

Und gestern! Ja, gestern – am 1.009.2007 - war es endlich wieder so weit und die Vorbereitungen daheim ließen erwarten, dass etwas Besonderes in der Luft lag. Immer, wenn der Rucksack auf eine ganz bestimmte Art gepackt wird, kann ich getrost davon ausgehen, dass es spannend wird. Im Normalfall kommt es so, dass wir zu Buddy und Sabina fahren, in EIN Auto umsteigen bevor ES wirklich losgeht – so auch dieses Mal. MÖRBISCH stand mal wieder auf dem Programm.  Im Normalfall heißt das große Hitze, wenig Tempo, lahme Zweibeiner, kein Plantschewasser zwischendurch. Für die Zweihaxerten gibt’s 2 x was zu trinken unsereiner bekommt einen Kübel voll Wasser und alle müssen damit auskommen – als ob jemand von meiner Größe in einem Eimer schwimmen könnte. Dabei steigt unsereinem die ganze Zeit der Duft großer Wassermengen in die Nase, bleiben tut jedoch nur die Hitze, aber trotzdem jede Menge Spaß.

 

Diesmal hingegen war so Manches ein wenig anders! Es begann schon damit, dass es bei unserem Aufbruch regnete, die Temperaturen angenehm waren. Also stiegen wir nach einer Gassirunde in Sabinas Auto um und ab ging die Post – es regnet immer noch. Knapp vor unserem Ziel hörte es auf zu regnen, aber die Wolken blieben. An unserem Ausgangspunkt angelangt waren schon jede Menge Freunde vor Ort, es war wunderbar kühl und alle hatten irgendwie sehr gute Laune! Als wir endlich aufbrachen – ich möchte ja wissen, was die Zweihaxerten davon abhält einfach los zu marschieren – konnten wir es schon kaum mehr erwarten, den Ableinpunkt zu erreichen. Endlich, endlich ging es los! Wir erfahrenen Wanderer wussten ja schon was uns erwartete, ich persönlich hoffte immer noch auf einen Moment der Unachtsamkeit meiner Chefin an einem ganz bestimmten Punkt des Weges, aber dazu noch später.

 

Jedenfalls waren wir vorerst einmal sehr dynamisch unterwegs, keiner von uns haute ab. Unser Toben wurde nur hin und wieder ein wenig durch seltsame Vehikel, die wir sonst nie dort trafen beeinträchtigt. Einen absoluten Neuling hatten wir auch mit, was ich deshalb so genau weiß, weil das Zwergerl mit seinen dreizehn Wochen noch super nach Milch roch – schon ein Hammer für den Zwerg, kaum auf der Welt und schon auf dem längsten Trail der Nö/Bgld-Landesgruppe mit – na, wenn das mal kein großer Wanderer vor dem Herrn wird. Jedenfalls waren auch unsere Zweibeiner flotter als gewohnt unterwegs, was dazu führte, dass wir wesentlich schneller in die Nähe jenes bereits erwähnten magischen Punktes kamen. Das einzige Wasserloch auf dem Weg wurde - wie im letzten Jahr auch schon – wieder einmal einfach weggelassen. Ich fand es immer sehr erfrischend in der großen Hitze, es war ja nicht weiter schlimm, dass wir ungefähr einen Meter Schlamm passieren mussten um das Brackwasser zu erreichen! Doch hatten diese Spaßkiller von Zweibeinern es einfach von der Route gestrichen!

 

So näherten wir uns schnell dem ersten Fixpunkt dieser Wanderung: die erste „Labestation“. Diesmal war das „G’riss“ um die Getränke mit weitaus weniger Gedränge ab als sonst. Nach unserer üblichen Rast begannen wir das Waldstück der Wanderung in Angriff zu nehmen. Und hier lauerte die Rache der Spaniels!!! Als wir ein gutes Stück in den Wald gegangen waren, stießen wir zuerst auf relativ trockene Lehmpfützen, was die Zweihaxerten ganz einfach übersahen. Je weiter wir allerdings in den Wald vordrangen desto nasser wurden die Lehmlacken und wurden schließlich zu richtigen, kleinen Lehmseen – die wir im Handumdrehen (zum Entsetzen der Zweibeiner) eroberten. Schade, ihr Daheim gebliebenen, die ihr nicht mit von der Partie sein konntet, um das Gezeter der Zweihaxerten mitzubekommen wobei das Beste an dem Ganzen war die Tatsache war, dass es von diesen Lehmseen jede Menge gab.

 

Viele von uns hatten mal wieder die allseits beliebte Einheitsfarbe – diesmal hieß sie allerdings nicht „Erdferkel naturell“ sondern „Dessert Storm a la Mörbisch“. Die meisten von uns hatten einen leicht lehmigen Farbstich (die Panade wollen wir mal außen vor alssen)  und waren außerdemdem noch herrlich nass. Mir gefiel ja besonders ein Cockerlein, welches in seiner ursprünglichen Färbung lack-kohlraben-schwarz war, nach dem Lehmbad jedoch  wirklich interessant aussah – bedauerlicherweise habe ich für seinen „neuen“ Farbschlag einfach keinen Namen, doch war seine Veränderung mächtig und eklatant. Dieser Spaß ging leider viel zu schnell vorbei, da wir sehr bald wieder aus dem Waldstück heraußen waren und die Zweibeiner ihren Schock an der zweiten Labestation bewältigen (und Rachepläne schmieden) konnten.

 

Da wir von dort an wieder in der „Sonne“ gingen, trockneten wir schnell flott vor uns hin und unsere Lehmtarnung begann zu bröckeln. Bei mir war es am Ende der Wanderung so, dass ich wieder als sauber bezeichnet werden konnte. So manch anderer Wanderwauwau hatte da weniger Glück! Dem winkte schon beim Essen der Zweibeiner die Badewanne daheim. Buddy, mein Ziehbruder, hatte diesmal mehr Glück, er bröselte ebenfalls - entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten - wunderschön ab und entging der Shampoonade knapp, aber doch.

 

Wisst ihr, selbst wenn ich das Glück habe, viel unterwegs zu sein, oft über Felder und durch Wälder zu streifen – unsere Wandertage sind dennoch immer einer der Höhepunkte im Hundeleben – wo sonst hat man schon die Möglichkeit, in einem Riesenrudel die Welt unsicher zu machen. Von mir aus könnten wir so etwas sehr viel öfter machen.

 

Eure

 

Holly