14. Grenzlandwandertag in Mörbisch
Bericht und Fotos: Franz Reisner

Als wir am 1. September um 8:00 Uhr früh in St. Pölten auf die Autobahn Richtung Burgenland fuhren sahen wir im Osten düstere Regenwolken und wir waren sehr skeptisch, dass es uns heute gelingen würde einen "trockenen" Wandertag über die Bühne zu bringen. Je näher wir Richtung Wien kamen, desto dunkler wurden die Wolken und man sah förmlich den Regen über Wien herunter fallen. Doch als wir auf die Südautobahn kamen, hellte das Wetter auf, im Osten sah man schon die Sonne. Wie das Wetter hellte sich auch unsere Stimmung auf, die trüben Gedanken, dass bei Schlechtwetter womöglich viele Spanielfreunde ausblieben und wir auf den eingekauften Mengen an Fleisch und Getränken sitzen bleiben, wichen vorsichtigem Optimismus. Schließlich waren wir schon fast sicher, unsere treuen Mitglieder kommen auch wenn das Wetter einmal nicht so schön sein sollte. Wir hatten uns nicht getäuscht, pünktlich erschienen die 75 angemeldeten Spanielfreunde mit ihren 55 Spaniels in Mörbisch. Auf unsere Spanielfreunde kann man sich eben verlassen. Na, und Spanielfreund Petrus? Der sagte sich: Wo soviel Liebe zu den Hunden und Mitgliedertreue da ist, da lass ich mich doch auch nicht lumpen und lasse es während der Veranstaltung nicht regnen. Danke Petrus! Er hielt sich auch daran. Aber als alle Spaniels abends nach Hause fuhren, so zwischen 18 und 20 Uhr, fühlte er sich nicht mehr an sein Versprechen gebunden und ließ es regnen.

Durch das zeitgerechte Eintreffen, die paar Nachzügler sind zu verschmerzen, gingen wir um etwa 10:20 von der Winzerhalle los. Erst, wegen der Autos, angeleint - ab den Weingärten ohne Leine. Und wie immer gab es in Mörbisch ein paar besonders Eilige mit großem Vorwärtsdrang - gell Peter - die mussten wir halt von Zeit zu Zeit einbremsen, damit die Kolonne nicht zu lange wird und sich die Hunde ihre Führer nicht finden und in Folge suchen. Es klappte aber bestens.

Da heuer, bedingt durch den heißen Sommer, die Weinlese um etwa 1 Monat früher stattfindet als sonst, war die Weinlese voll im Gange. Wie immer um diese Zeit gibt es hier riesige Starenschwärme. Damit die Weinbauern nicht den Staren die Ernte überlassen wird sehr häufig geschossen, teils mit Gewehren, teils mit automatischen Schussanlagen. Egal mit welcher Methode, teilweise krachte es als wäre der Krieg ausgebrochen. Ganz zu Unrecht ist die Annahme ja nicht - es ist der jährliche Krieg der Winzer gegen die Stare. An dieser Stelle muss ich unsere Spaniels loben, alle 55 waren schußfest, keiner - auch nicht der Kleinste (immerhin erst 13 Wochen alt) zeigte irgendwelche Schußscheue oder zeigte gar Anzeichen von Flucht. Bravo, zeigt sich halt doch warum der Klub Jagdspanielklub heißt! Die Weinbauern waren heuer auch besonders freundlich, waren doch die große Anzahl Menschen und Hunde willkommene Verbündete im Krieg gegen die Stare.

Wie immer sagen Bilder mehr als 1000 Worte!


Aufbruch in Mörbisch

ab da geht's ohne Leinen

bei so vielen Leuten wird's lang

da hinten kommt auch noch jemand

Blick über den See

na, wart' ma z'samm

schaut's da nicht schön aus?

der lässt wandern!!

querfeldein

Das Endprodukt dieser Trauben gibt's erst 2008

die 1. Verpflegung im Grundgraben

unser kleiner Freund, 13 Wochen alt

Durch die Weingärten erreichten wir den Grundgraben und die erste Labungsstelle wo uns Dr. Karl Leutgeb mit Getränken erwartete. Nach kurzer Pause ging es durch den  Grundgraben zur Weinhüterhütte.

Was ist eine Weinhüterhütte werden sich unsere deutschen Leser fragen? Ganz einfach erklärt: Weinhüter hatten früher die Aufgabe auf die Weingärten zu schauen damit niemand die kostbaren Trauben stiehlt, die Stare zu vertreiben, Hagel zu melden, also ähnlich wie ein Hirte - das Wort Hüter kommt von Hirte bzw. dem dafür gebräuchlichen Dialektwort "Hiata". Diese "Weinhiata", wie man im Volksmund sagte, brauchten aber auch bei Regen und Schlechtwetter einen Unterstand, ebendiese Weinhüterhütten. Einige wenige dieser Hütten sind noch erhalten, die oben erwähnte Hütte dient jetzt als Jagdhütte, weil es keine Weinhüter mehr gibt.


ohne "Cinemascope" nicht mehr möglich, ein Gruppenbild bei einem NÖ/Bgld. Wandertag!

Hauptlabestelle war wie immer beim "Jagdschloß", wie jetzt auf der Weinhüterhütte geschrieben steht. Dr. Leutgeb versorgte uns mit Getränken, leider war die Hütte heuer nicht offen für uns, weil Herr Lang, unser langjähriger Führer und Jagdleiter wegen Weinlesearbeiten verhindert war. Wir hatten aber vorgesorgt und seinen Wein mitgenommen, wer also wollte konnte seinen Wein trinken. Weil es da oben so schön war verteilten sich alle auf der Wiese und erholten sich bei Getränken nach eigenen Wahl. Nach dem Gruppenbild - war gar nicht so leicht so viele Menschen und Hunde auf ein Bild zu bringen - ging es zurück nach Mörbisch.

Als dann um ca. 13 Uhr die hungrige Meute zurückkam duftete es  schon wunderbar, unser Vizepräsident Dr. Rudolf Parzer stand wie immer am Grill und versorgte die Spanielfreunde mit 113 Schweinekoteletts und 20 Bratwürsten. Ja, wandern macht hungrig und wenn unser akademischer Koch da ist schmeckt's besonders. Für den dazugehörenden Salat sorgte Klaudia Huber.

Und was wäre Mörbisch ohne Nachtisch? Es würde eine Attraktion fehlen! Das muss man einfach selbst erlebt haben. Einige der anwesenden Damen und vor allem unsere "diplomierte Ober - Mehlspeisbäckerin", der größte Schatz des Burgenlandes - na wer ist das? natürlich unsere Klaudia Huber, brachten Mehlspeisen mit. Na und was für welche? Jeder Konditor würde vor Neid zerplatzen. So etwas Köstliches kann man mit Worten gar nicht schildern. Von Klaudia's Köstlichkeiten werden wir ja schon seit Jahren verwöhnt, deren Qualität kennen "Fachleute" schon - gell Karli aus Gloggnitz - die Talente der anderen Damen entdeckten wir erst am Samstag. Gaby Parzer versorgte uns mit Kaffee. Kompliment meine Damen, aller erste Klasse. Herzlichen Dank an alle Mehlspeisspender. Herzlichen Dank für die, wie immer großzügigen, Spenden für die Verpflegung, der Landesgruppe steht's gut an. Herzlichen Dank auch an meine Heinzelmännchen - sind auch Frauen dabei - für die Unterstützung bei den Veranstaltungen, ohne deren Unterstützung würden derartige Veranstaltungen nicht möglich sein.

Auf ein Wiedersehen, mit immer noch Aquaplaning auf der Zunge, wenn ich an die Mehlspeisen denke,
am 10. November beim Dunkelsteiner Wandertag in Heitzing freut sich

euer LG Obmann
Franz Reisner

Weil es dieses mal viele Bilder sind gibt es eine ganze Bilderseite als Diaschau!

Und was meint Holly dazu?

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