Holly Tales
Gestatten!!!
Mein Name ist Buddy – Buddy vom Urltal und ich komme zu euch in Vertretung meiner „großen Schwester“, der euch bekannten Holly, weil ich euch was zu erzählen habe, wo die Holly mal nicht mit von der Partie war (is’ halt einfach blöd, wenn man ein Mädchen und läufig ist – die besten Dinge im Leben verpasst man da schon mal).
Als erstes will ich mich, wie es sich gehört, vorstellen. Ich bin besagter Buddy vom Urltal, werde von meiner zweifüssigen Rudelchefin auch so gerufen und verfüge – wie Holly auch – über eine Fülle von Spitznamen. Ich bin beispielsweise „der Kleine“, der Stinkefussi“ (stammt aus meiner Kleinkinderzeit, da ich ein oder zwei Mal das Gleichgewicht beim Häufeln verloren habe und den Sturz nur durch einen schnellen Wechselschritt ins Glück verhindern konnte – so was rennt einem halt ein Leben lang nach!!!), eines der am häufigsten verwendeten Pseudonyme ist „Pippimax“. So nennt mich Hollys Zweibeinermutter, meine Ziehmutter Andrea immer noch, weil ich als Baby so was wie schwarzweiße Sommersprossen hatte (in Anlehnung an eine männliche Pippi Langstrumpf – ein Pippimax halt). Holly ist für mich so etwas wie eine große Schwester obwohl wir nicht mit einander verwandt sind, aber sie hat mir alles, was man so in einem Hundeleben benötigt, verklickert und ist auch heute noch meine groooße Heldin, denn wenn ein anderer Hund mir was tun will, gibt die Holly den Sheriff und stellt klar, dass hier nur einer mir was tun darf und das ist im Zweifelsfall SIE und nur sie.
Der Grund f
ür
meinen heutigen Auftritt ist darin gelegen, dass die Holly am gestrigen
Wandertag nicht teilnehmen durfte, weil sie sonst alle Vierbeinerjungs
krawutisch gemacht
hätte mit ihrem wunderbaren Duft. Außerdem ist sie ja eine verbriefte
Hübsche! Da ich jals junger Cocker-Mann solche Probleme nicht kenne, darf
ich ganz locker JEDEN Wandertag mitmachen und so auch gestern.
Ich weiß ja nicht, ob ihr Euch bei unseren Wanderungen auskennt, aber wir sind zwei mal im Jahr in Feuersbrunn bei Familie Bayer und machen die Gegend dort hingebungsvoll unsicher. Das könnt ihr aber unter dem Titel „Sommerwandertag im Frühling“ erfahren. Hier sollt ihr nur einmal wissen, von wem ihr diese Geschichte erzählt bekommt.
Euer
Buddy
Holly Tales
diesmal erzählt von Buddy vom Urltal
So Leute,
jetzt geht es aber richtig los. Wer ich bin, wisst ihr zwischenzeitlich hoffentlich schon, warum ich und nicht Holly hier zu Wort komme somit auch.
DIE DUFTIMUFFTIES
Angefangen hat alles damit, dass die Ziehmama Andrea zu uns kam – ohne Holly. Erst war ich ziemlich enttäuscht, aber wie heißt es so schön: kein Nachteil ohne Vorteil! Denn ich kam dahinter, dass, wenn die Holly nicht dabei ist, die Ziehmama sich wesentlich mehr mit mir beschäftigen kann. Holly ist da nämlich ein wenig eigenartig – sie ist der Ansicht, dass eine Zweibeinermutter für mich reichen sollte und IHRE Mom mich nur am Rande was angeht.
Nach einem Kurzaufenthalt bei uns daheim (Sabina, meine Zweibeinermama war noch nicht ganz abmarschbereit) ging es ab ins Auto und in Richtung Wandertag. Ich weiß ja oft schon wo es hin geht, wenn wir aufbrechen, aber irgendwie dauert es zu den Wandertagen immer besonders lang – ich konnte es beinahe schon nicht mehr erwarten. Man kennt das doch!!! Dorten warten viele Spaniels auf einen, gute Freunde und potentielle neue Freunde, heimlich Geliebte wie Balbina, die Tochter von Vicki. Als wir endlich ankamen, waren bereits viele Vier- und Zweibeiner da - dem Abmarsch entgegen fiebernd.
Bei strahlend schönem Wetter und reichlich warmen Temperaturen ging es irgendwann endlich los. Das erste Stück war wie immer besonders qualvoll, weil wir angeleint bleiben mussten bis zu einem vereinbarten Ablasspunkt. Aber danach begann das Hundeherz zu lachen! Felder, Weingärten, Artgenossen die wetzten was das Zeug hielt, und ….. die unvermeidliche, endlos lange Zweibeinerschlange. Dieses Mal dauerte unsere Rennerei allerdings nicht so lange wie sonst – es war schlicht und ergreifend viiiiiiel zu heiß. Ich kann mich nicht erinnern, dass es in Feuersbrunn jemals soooo heiß gewesen wäre. Umso wichtiger war es für einige von uns, möglichst schnell in die Nähe des ersten Weihers zu kommen um Abkühlung zu finden. Glücklicherweise konnten wir uns klammheimlich unter den Augen unserer Zweibeiner zum Weiher flüchten. Andere hatten da weniger Glück.
Ihr müsst wissen, dass ich ein ausgesprochener Wasserratz (die Ziehmama sagt eher Wasserfratz dazu) bin und selbstverständlich auch zu den glücklich nassen gehörte. Diesmal roch das Wasser noch nicht einmal etwas strenger!!! Scheinbar hatten unsere Zweifüßer schon damit gerechnet, dass sie uns auf der Heimfahrt nur mit Nasenklammern gegen den Brackwassergeruch ins Auto verfrachten können. Doch diesmal hatten sich – zumindest einige von ihnen – geirrt. Wir jedenfalls waren in „schönem“ Wasser zur Erfrischung gelandet, setzten munter und freudig unseren Weg fort. Scheinbar durch unseren “Reinwassertripp“ in Sicherheit gewiegte Zweibeiner setzten ihren Weg ebenso sorglos fort wie wir.

Sie schienen irgendwie einen Nasenfehler zu haben (zumindest teilweise) denn wir witterten den „Tarnungstümpel“ schon von weitem. Meine Mom Sabina, durch Hollys „Dufteskapaden“ immer auf der Hut, war leider nicht so leicht zu täuschen, leinte mich vor einer eventuellen „Schandtat“ schon an. Andere Zweifüßer waren ganz offensichtlich nicht so gut vorbereitet, denn einige meiner Freunde schafften es, sich ins Jauchetarnbad zu stürzen, sich optimal für die Jagd zu tarnen. Leider nützte es diesen Duftimuffties nicht sehr viel, denn sie wurden nicht nur geschimpft sondern alsbald mittels kalter Dusche vom größten Teil des „Tarngeruches“ befreit. Das hatte für diese jedoch den positiven Nebeneffekt, dass sie ganz nebenbei toll erfrischt wurden, die Zweibeiner sich aber ein Eigentor schossen, da der Boden rundum so trocken war, dass sich durch loses Erdreich eine vorbildliche Panade bildete. Zum Trost für zwei- und vierbeinige Wanderer war DIE Labestation nicht mehr allzu weit entfernt; die Erfrischungen für alle eine Wohltat.
Zum Bild (Foto Cede): der Rechte bin ich mit meiner Mom, das Braunweiße ist die Holly
Entgegen den Traditionen gingen wir diesmal nicht so weit. Mom Sabina fühlte sich nicht so ganz fit; ging nach der Labestation mit mir wieder Richtung Bayer-Keller. Die Ziehmama dagegen ging einen anderen Weg, verließ mich einfach. Kaum haste zwei Treusorger ist einer auch schon wieder weg. Wir jedenfalls gingen – wie bereits angemerkt – langsam zurück und trafen alsbald alle wieder im Endspurt Richtung Tränke. Die Zweibeiner schnauften ob der Hitze, uns Vierbeinern hingen die Zungen bis zum Boden und die Verlockung des Schattens wurde nahezu unwiderstehlich.
Wie bei solchen Wandertagen üblich, wartete bereits Beißbares auf die Zweihaxerten. Unsereiner blieb auf die Gnade der „Schüsselgötter in Wanderschuhen“ angewiesen. Ich kann noch immer nicht verstehen, dass auf die Zwahaxerten immer was zu futtern lauert während unsereiner in die Röhre guckt. Na, wenigstens habe ich eine liebevolle Hundemutter, die sich immer brav mit ein paar – zugegeben mickrigen – Keksen bewaffnet um diese im Anschluss an die „Strapazen“ an mich zu verteilen. Tja, was dann folgte, war eher unüblich für unsere Wandertage – aus irgendeinem Grund wollten sich keine Schlafgruppen bilden, meine Artgenossen beschlossen statt dessen zu diskutieren. Das war eigentlich nicht ganz „my way“ – ich war nämlich müde! Aber wenn alle quasseln, warum dann nicht ich auch. Jedenfalls unterhielten sich MEINE Treusorger scheinbar gut, denn normalerweise fahren wir schon viiiiel früher wieder nach Hause. Ganz unter uns: MICH störte es sicher nicht, dass wir ein wenig länger da waren. Mal saß ich bei Sabina auf dem Schoß, mal nahm Andrea mich hoch und zwischendurch konnte ich an meiner ZWEITEN ganz großen Liebe - Parzeres Balbina – schnüffeln. Allerdings hatten die beiden Parzermädels diesmal einen Burschen dabei – hat mir ganz ehrlich gestanden nicht so toll gefallen. Den dürfen sie nächstens gerne wieder zu Hause lassen!!!
Alles in allem kann ich euch eines flüstern: VON MIR AUS KÖNNEN WIR RUHIG ÖFTER SOLCHE TOUREN MACHEN, ES IST EINFACH NUR LUSTIG. Allerdings beantrage ich die Teilnahme Hollys beim nächsten Mal. Zwei Treusorger sind ja ganz nett, aber ne große Schwester ist dadurch nicht zu ersetzen, auch wenn man eigentlich gar nicht verwandt ist.
Euer
Buddy