Quelle:
Verfasser und Copyright:
Dr. Hans Martin Steingassner
FTA für Homöopathie, Neuraltherapie und Akupunktur,
7503 Großpetersdorf

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verfassers über Vermittlung von Frau Hödl

 

Borreliose – eine überwiegend durch Zecken übertragene Krankheit

Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Krankheit, welche Menschen und Tiere betreffen kann.

Borrelien wurden aber mittlerweile schon in Insekten Mücken und Fliegen) nachgewiesen. Ebenso wurden die Bakterien aus der Muttermilch von Hunden, Rindern  und Mäusen isolieret.

Die Bakterien können auch über die  Gebärmutter und  über Körpersäfte von einem Individuum auf das andere übertragen werden.

Unter den domestizierten Tieren wird die klinische Borreliose vor allem bei Pferden, Hunden und Rindern beobachtet.

Hauptüberträger ist die weit verbreitete Zecke Ixodes Ricinus

Die Erreger der Borreliose sind winzig kleine Bakterien, Borrelia Burgdorferi, die wie Korkenzieher (Spirochäten) aussehen. Benannt nach dem Entdecker Burgdorfer, der als erster dieses Bakterium Anfang der siebziger Jahre in der Umgebung der Stadt Lyme in Connecticut, USA aus der Zecke isolieren konnte. Daher gilt auch der Name Lyme Borreliose (Lymekrankheit).

Von der Borrelia burdorferi existieren mittlerweile viele Abarten. , zumindest 3 genetische Linien. 

In Amerika wird am häufigsten B. burdorferi sensu stricto beobachtet. In Europa gibt es mehrere Abarten.

Borreliose beim Hund:

Zecken holen sich den Erreger bevorzugt bei Wald-  und Wühlmäusen. Diese dienen als Reservoir für die Bakterien; wobei die Mäuse selbst, nicht an Borreliose erkranken.

Die Zecke nimmt den Erreger schon in sehr frühen Entwicklungsstadien auf.  Zecken brauchen im Laufe ihrer Entwicklung von der Larve über die Nymphe bis zur ausgewachsenen Zecke drei Blutmahlzeiten.

Hat sich eine infizierte Zecke angesaugt, wandern die Erreger aus dem Mitteldarm der Zecke in die Speicheldrüse. Die Erreger werden während der Blutmahlzeit aktiviert. Beim Saugen injiziert die Zecke den Speichel in die Haut des Wirtes. Je länger die Zecke saugt, des größer wird das Infektionsrisiko.

Neueste Untersuchungen belegen, dass die Infektion erst 48 Stunden nach dem Ansaugen der Zecke erfolgt.

Frühstadium:

Am Anfang einer Borreliose zeigen die Hunde keine markanten Symptome. Nur Mattigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit, alles Zeichen, wie sie bei jedem grippalen Infekt  auch vorkommen.

Die deutliche Hautrötung (Erythema migrans) um die Bißstelle, wie sie beim Menschen vorkommt, sieht man bei Tieren nicht.

Das dominierende Bild der Hunde - Borreliose sind Gelenksprobleme (Lyme Arthritis)

Die Gelenke weisen schmerzhafte Schwellungen auf, mit der Folge Lahmheiten an wechselnden Stellen und Extremitäten.

Stadium II,

Wochen bis Monate nach der Infektion:

Die Bakterien siedeln sich über die Blutbahn in verschiedenen Körperteilen an. Besonders begehrt sind die gut durchblutenden  Gelenke, Muskel, Sehnen und Bänder. Aber auch Nerven mit unerträglichen Schmerzen durch Neuralgien, vor allem in der Nacht. Lähmungserscheinungen sind auch keine Seltenheit.

Verlauf:

Die Symptome entwickeln sich 2 – 5 Monate nach einem  Biß mit einer infizierten Zecke.

Mit leichten Lahmheiten, die innerhalb von 2- 4 Tagen zunehmen, dann wieder verschwinden.

Hauptsächlich betroffen sind:

Ellbogen, Kniegelenk, Karpalgelenk

Die meisten der Tiere zeigen erhöhte Körpertemperaturen 39, 5 – 40 °, teilnahmsloses Verhalten. Krankheitszeichen, wie man sie von einem grippalen Infekt kennt.

In einigen Verlaufsformen können aber  Nervensystem, Herz, Nieren und andere Organe geschädigt werden. Nach dem Abklingen der Lahmheit entwickeln die Tiere Lahmheits – Schübe die  im  Abstand von 2 – 4 Wochen, nach dem vorausgegangenen  Lahmheitsschub auftreten. Dabei sind oft andere Gelenke betroffen.

Komplikationen:

Hirnhaut-  und Nervenwurzelerkrankungen.

Gesichtsnervlähmungen.

Nervenentzündungen

Nierenschädigungen

Herzrhythmusstörungen

Augenschädigungen

Stadium III

Monate bis Jahre nach einer Infektion

Chronische Borreliose:

Rheumatische Beschwerden

Chronische Gelenksbeschwerden, chronische Muskelentzündungen.

Degenerative Hauterkrankungen mit Blaufärbung und Hautverdünnung. Die Haut nimmt ein pergamentförmiges Aussehen an.

Chronische Hirnhautentzündung.

Gott sei Dank, nicht jede Borreliose nimmt einen schlimmen Verlauf. Nur der geringste Teil der Borreliose Infektionen führt zu üblen Verlaufsformen. Etwa  20 % der Infizierten entwickeln überhaupt Krankheitszeichen. Das Immunsystem besiegt die Borrelien früher oder später.

Dennoch, gegen Borrelien gibt es keine vollständige Immunität. Man kann sich mehrfach infizieren und auch mehrere Borreliosen verschiedener Spezies gleichzeitig haben.

Nachweis:

Antikörpernachweis auf Borreliose. Dieser Nachweis hat den Nachteil, dass der Körper für die Produktion von Antikörpern mindestens 14 Tage braucht. Frühphasen der Borreliose bleiben somit unerkannt. Der Test muß möglicherweise in diesen Fällen nach 3 Wochen wiederholt werden. In der Spätphase einer Borreliose sind Antikörper fast immer nachweisbar.

Vorbeugung:

Nach jedem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper auf Zecken abgesucht werden. Zecken sollten nur mit geeigneten Geräten entfernt werden.  Das Entfernen mit Öl, Klebstoffen Abbrennen und dgl. sollte vermieden werden. Ebenso das Quetschen mit den Fingernägeln um Zecken zu entfernen. Die Zecke kommt durch solche Manipulationen in Todesangst, so dass sie schlagartig den Darminhalt samt Erreger in den Wirt entleeren würde.

Zeckenschutz mit diversen Zecken abhaltenden Substanzen

Impfung:

Soll eine Übertragung der Borreliose verhindern. Ein Befall mit Zecken wird durch die Impfung nicht verhindert.

Der optimale Impfzeitpunkt liegt im Oktober bis Februar.  Dadurch wird ein gewisser Impfschutz vor dem Aktivwerden der Zecken aufgebaut.

Die Impfungen sind jährlich zu wiederholen.

In bekannten Borrelien gebieten wird sogar eine halb jährliche Impfung empfohlen.

Ein Nachteil des zur Zeit am Markt befindlichen Impfstoffes ist, dass man, wie bei der Grippeimpfung, nicht weiß welcher Borrelien Stamm gerade als Krankheitsauslöser vorliegt.

Antibiotika

Können die Folgen einer Borreliose Einhalt gebieten.

Borrelien können aber unter dem Einfluß von einer Antibiotika Therapie zellwandfreie Formen bilden, die ihrerseits vom Immunsystem nicht mehr als Borrelien Erreger wahrgenommen und bekämpft werden.

Geheilt geglaubte Infektionen können daher immer wieder aufflammen.

Die Homöopathie hat ebenfalls Therapievorschläge zur Borrelienbehandlung, die aber, wie alle Krankheiten in der Homöopathie, extra für den einzelnen Patienten erarbeitet werden müssen.