Quelle: Der homöopathische Hundedoktor
von Dr. med. vet. Barbara Rakow

 

Erkrankungen von Mundhöhle und Rachen

Die Erkrankungen von Mundhöhle und Rachen beim H und kommen vor im Rahmen einer Infektion, und zwar sowohl bei sogenannten “Erkältungen“, die wir bei Welpen häufiger finden, als auch begleitend bei Virusinfektionen, z. B. der Parvovirose. Daneben sind Verletzungen durch Knochensplitter, Holzsplitter oder -stücke, scharfkantige Gegenstände, wie Steine, Metall usw., relativ häufig. Nicht zu vergessen sind Verätzungen der Mundhöhle, wenn die Hunde an chemischen Substanzen, wie z.B.  Reinigungsmitteln, Säuren, Baustoffen oder anderen Chemikalien, lecken.

Zahnstein kann zu Entzündungen und Geschwüren in der Mundhöhle führen. Eine homöopathische Therapie wird allerdings erst dann sinnvoll, wenn die Beläge möglichst mit einem Ultraschallgerät entfernt worden und auch die losen oder verfaulten Zähne gezogen sind.

Man unterscheidet die Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis), der Rachenmandeln (Tonsillitis), des Rachens (Pharyngitis), der Halslymphknoten (Lymphadenitis) und der Zunge (Glossitis).

Für die Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln sind Art und Aussehen der Symptome ausschlaggebend für die Arzneimittelwahl. Ob diese Veränderungen dann im Zahnfleisch, auf der Zunge oder im Rachen sind oder die gesamte Mundhöhle und den Rachen umfassen, ist weniger von Bedeutung.

Bei Fieber und Inappetenz gibt man zu­nächst ein sogenanntes Infektions- und Fiebermittel nach den jeweiligen Symptomen. Zusätzlich oder anschließend setzt man die Mittel ein, die den lokalen Veränderungen entsprechen.

Entzündung und Verätzung von Zahnfleisch. Zunge und Rachen

Man erkennt Entzündungen und Verätzungen der Mundhöhle an der äußerst vorsichtigen Futteraufnahme der Hunde, am vermehrten Speichelfluss und einem mehr oder weniger deutlichen Geruch aus dem Fang. Steckt ein Fremdkörper zwischen den Zähnen oder in der Mundhöhle, so haben die Tiere auch einen vermehrten Speichelfluss, sind jedoch sehr unruhig, würgen, husten, kauen oder wischen mit den Pfoten. Entzündungen wie auch Verätzungen können zur Rötung, Bläschenbildung oder Schwellung führen.

Folgende homöopathische Arzneimittel haben sich bewährt:

Mercurius solubilis Hahnemannii wird bei Rötung und Bildung von roten Geschwüren,die sehr berührungsempfindlich sind und einen eigenartigen, widerlichen Geruch aus dem Fang hervorrufen, gegeben. Es bilden sich mitunter auch weißliche Beläge auf den Geschwüren (Ulcera), besonders, wenn sie durch Verätzungen entstanden sind. Mercurius solubilis eignet sich ebenso wie das anschließend erwähnte Borax zur Nachbehandlung der chronischen Gingivitis, wenn der verursachende Zahnstein entfernt wurde. Geruch und Schmerzen verschwinden in wenigen Tagen, die Hunde können wieder Futter aufnehmen. Man gibt 2 X täglich 1 Dosis Mercurius solubilis D 8.

Borax hat sich bei kleinen, ebenfalls schmerzhaften, aber nicht so stark riechenden Geschwüren bewährt. Man kann es im Anschluss an Mercurius solubilis oder auch mit diesem kombiniert geben. Man gibt 2 X täglich 1 Dosis Borax D 3.

Kreosotum, der Buchenholzkreosot, wird angewendet, wenn es sich um ganz tiefgreifende, über große Flächen ausgedehnte, widerlich stinkende Geschwüre handelt. Meist liegt dann aber eine schwere organische Erkrankung wie z.B. beginnendes Nierenversagen vor, so dass die Behandlung der Entzündung der Mundhöhle nicht ausreichend ist. Man gibt 2-3 X täglich 1 Dosis Kreosotum D4.

Apis gibt man bei einer anderen Entzündungsform in der Mundhöhle: Das Zahnfleisch ist mehr hellrot und deutlich verdickt. Es können sich auch kleine Bläschen gebildet haben. Die Veränderungen sind sehr schmerz- und berührungsempfindlich. Im Gegensatz zu den vorher beschriebenen, geschwürigen Veränderungen werden hier kalte Spülungen geduldet. Man gibt 2-3 X täglich 1 Dosis Apis D 4.