Quelle:
Verfasser und Copyright:
Dr. Hans Martin Steingassner
FTA für Homöopathie, Neuraltherapie und Akupunktur,
7503 Großpetersdorf

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verfassers über Vermittlung von Frau Hödl

 

Inkontinenz bei Hunden, unkontrollierter Harnabgang

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  • Inkontinenz bei jungen Tieren

  • Inkontinenz bei älteren Tieren

Unkontrollierter Harnabgang kann verschiedenste Ursachen haben:

Weil die Gründe  für das Auftreten einer Inkontinenz so vielschichtig sind, müssen sie vor einer Behandlung exakt geklärt werden.

Harnabsatz vor Freude:

Welpen setzen oft vor Freude, oder als Demutsgeste einige Tropfen Harn ab. Besonders unterwürfige Tiere behalten diese Unterwürfigkeitszeichen aus der Wolfsvergangenheit bei.

Diese Art der Inkontinenz hat bei Welpen und Junghunden  keine organischen Ursachen.

Krankhafte Inkontinenz junger Tiere beruht in der Regel auf einer Infektion im Harnapparat.

Inkontinenz älterer Tiere:

Der Alterungsprozess ist leider mit einem Abbau von Muskelmasse, auch in Blase und Harnröhre, verbunden. Auch die Schließmuskeln sind davon betroffen (Schließmuskelschwäche). Unter Umständen liegt  eine allgemeine Gewebsschwäche vor. Das bedeutet, dass sich die Beckenorgane verlagern. Ein zusätzlicher Grund dafür, dass der Harn nicht gehalten werden kann.

Ein weiteres Problem kann eine sich im Alter einstellende Vergeßlichkeit sein.  Der Hund vergißt einfach darauf, was er draußen hätte erledigen sollen.

Tiere leiden unter der Inkontinenz:

Hunde wurden zur Stubenreinheit erzogen und schämen sich in der Regel für das passierte Malheur.

Ständig überdehnte Blase:

Hunde sind es gewöhnt öfter am Tag Harn abzusetzen. Daher können lange alleingelassenen Wohnungshunde ein Problem bekommen. Sie haben ständig eine überdehnte Blase. Früher oder später kann das zu Schäden der Harnblasenmuskulatur führen.

Diese Hunde sind nicht brav, sondern arm.

Verschiedene Krankheitsursachen:

Viele Krankheitsursachen führen zu Inkontinenz. Von Entzündung der  Blase über Infektionen in den Harnleitern bis und  Nierenerkrankungen oder Diabetes.

Dauernder Zwang zum Harnlassen:

Blasen und Harnwegsinfektionen sind sehr schmerzhaft. Durch  die zunehmende Füllung  der entzündeten Blasenwand wird ein schmerzhafter Dehnungsreiz ausgelöst. Um diesen Schmerz zu vermeiden, wird  ständig, aber wenig Harn abgesetzt.

Bei Entzündungen der Harnorgane fallen Geruchs- und Farbveränderungen des Urins auf. Mitunter entdeckt der Besitzer Blutbeimengungen im Harn.

Verklebungen:

Die Harnröhre kann, durch Entzündungen ausgelöst, teilweise verkleben.  

Steine und Harnsand können Abflusshindernisse aufbauen, die dem Harndruck Widerstand entgegensetzen. Eine weitere Ursache, die zu einer überfüllten Harnblase führt.

Tumore in der Harnblase:

Ein Problem des älteren Hundes. Der Besitzer merkt auch hier Harnabsatzprobleme oder Blutbeimengungen.

Prostata Vergrößerung:

Der ältere Rüde kann Probleme mit der Prostata haben. Eine entzündete Prostata kann zu vermehrter Sekretbildung veranlaßt werden. Das Sekret wird manchmal mit Harnträufeln verwechselt.

Nervenschädigungen im Bereich des Rückens:

Aus dem Rückenmark austretende Nerven haben eine wichtige Aufgabe bei der Versorgung Harnapparates. Nervenleitungsstörungen durch knöcherne Einengungen führen mitunter zur Inkontinenz.

Kastrationsbedingte Inkontinenz:

Kann unmittelbar nach der Operation, oder Jahre nach der Kastration auftreten. Über das Risiko sollte der Tierbesitzer vor dem Eingriff aufgeklärt werden. Große Rassen sind häufiger von dem kastrationsbedingten Harnträufeln betroffen. Es wird diskutiert ob man eine Frühkastration, oder eine Spätkastration vornehmen soll. Frühkastration bedeutet, vor dem Auftreten der ersten Läufigkeit.

Die Meinungen welcher Zeitpunkt der richtige Zeitpunkt ist, sind umstritten.

Hormonelles Ungleichgewicht:

Die Hormone sind für die körperliche Entwicklung sehr wichtig. Sie machen aus einem Rüden einen Rüden und aus der Hündin eine Hündin. Eine Kastration ist, durch die Entfernung Hormone produzierender Teile ein starker Eingriff in das Hormonsystem.

Mechanisches Problem:

Werden beide Uterushörner entfernt, so kann auch ein mechanisches Problem entstehen. Es fehlt das Gegengewicht der entfernten Uterushörner, so dass sich der restliche Harnapparat etwas rückwärts verlagern kann. Damit verschiebt sich die Einmündung der Harnblase in die Harnröhre. 

Therapien bei Inkontinenz:

Richten sich natürlich nach den auslösenden Ursachen.

Infektionen werden mit entsprechenden Arzneimitteln unter Kontrolle gebracht.

Angeborene Mißbildungen müssen operiert werden.

Bei Gewebsschwäche kann versuchen mit Medikamenten Hilfestellung zu geben.

Neuraltherapie (Parazervikalblockade nach Zohmann, oder Arbeiter)

Bei dieser Methode wird ein Medikament an das Nervengeflecht im Becken herangebracht. Durch den Impuls verfestigt sich das geschwächte Gewebe. Der Hund hat nach einer Infiltration unter Umständen Monate kein Problem.

Pflanzliche Arzneimittel (z. B. Bärentraube Uva ursi), Homöopathie